Munchner Merkur: Gestern Rushmore, heute Mittenwald
KARWENDEL MUSIC FESTIVAL
Gestern Rushmore, heute Mittenwald
Christof Schnürer
11.08.2017
Sie alle kennen Mittenwald: (v. l.) Sarah Kuo, Sven Stucke (Initiator des Festivals und Dozent), Liyuan Liu, Xi Wang (Initiatorin des Festivals), Konstantin Bruns, Javor Bracic, Rimma Benyumova und James Kim bei einem gemeinsamen Auftritt in der Carnegie-Hall in New York. © Vicky Lee
Berühmte Solisten und potenzielle Stars von morgen – mit dieser exquisiten Melange soll die zweite Auflage des Karwendel-Music-Festivals (14. bis 27. August) wieder ein Erfolg werden.
Mittenwald – Vor ein paar Tagen trat Sven Stucke noch in den USA, in Süd-Dakota, in der Nähe des Mount-Rushmore-Memorials auf. Nun organisiert der vielgereiste Geiger gemeinsam mit seiner nicht minder erfolgreichen Kollegin Xi Wang das zweite Karwendel-Music-Festival. Mit anderen Worten: Zwei Wochen (14. bis 27. August) arbeiten in Mittenwald Top-Stars der Klassikszene mit Talenten zusammen – sei es bei Konzerten, Workshops, Meisterkursen oder Vorträgen. „So etwas erlebt man nicht alle Tage“, gerät Jürgen Wiesneth, Verantwortlicher bei der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel, regelrecht ins Schwärmen. „Solche Musiker bringen frischen Wind in die Klassikszene“ – und das in Mittenwald, der Wiege des deutschen Geigenbaus.
Hinter all dem stecken Li Wang und Sven Stucke, ein 29-jähriger Violinist aus Magdeburg, der Mittenwald seit klein auf kennt und irgendwie liebt. „Ich werde nie vergessen, wie überwältigt ich als Kind war, als ich vor dem Karwendelgebirge stand. Seither habe ich Mittenwald jeden Sommer besucht.“ An Stuckes Seite agiert Festival-Leiterin Xi Wang. „Es ist unser Ziel und unsere Mission, die klassische Musik durch Kreativität und Unternehmertum neu zu beleben, um die junge Generation an talentierten Musikern zu inspirieren.“ Das Karwendel-Music-Festival sei „auf einem guten Weg, die traditionelle Klassikszene in Mittenwald zu beleben und fest in der Musikszene zu verankern“. Das hören Tourismus-Schaffende gerne.
Zumal echte Größen wie Geiger Viktor Tretjakow anreisen. „Der füllt sonst die Carnegie-Hall in New York“, verdeutlicht Wiesneth. Zudem verleiht nicht nur der preisgekrönte Russe Mittenwald für 14 Tage internationales Flair. Denn die zehn Dozenten und 18 Studenten kommen aus den USA, aus China, Japan, Kasachstan und Italien. Deutsche sind übrigens auch dabei.
Christof Schnürer