Münchner Merkur: Karwendel Music Festival: Initiator begeistert vom Verlauf
Karwendel Music Festival: Initiator begeistert vom Verlauf
Josef Hornsteiner
18.08.16
Leicht skeptisch schauen die Asiaten drein, die sich im Stockschießen versuchen. So oft werden sie noch keinen Eisstock in der Hand gehabt haben. © joho
Mittenwald - "Sensationell" - mit diesem Wort beschreibt Star-Geiger und Initiator Sven Stucke den Verlauf des erstes Karwendel Music Festivals in Mittenwald. Teilnehmer aus sieben Nationen kamen zur Premiere.
Das Gelächter war groß, als Star-Geiger Sven Stucke gemeinsam mit drei Geigenbaustudenten aus China den Eisstock im Halbdunkel beäugten. Vorsichtig wurden einige Schwünge mit dem so fremden Sportgerät gewagt. Dann rumpelte der erste Stock über die Asphaltfläche am Mittenwalder Riedboden. Obwohl es lang und laut krachte, war die geschossene Länge eher bescheiden und begrenzte sich auf ein paar Meter. Dennoch gab es Applaus und Jubel, als sei soeben eine Olympia-Medaille gewonnen worden. Das Asphaltstockschießen war einer der Höhepunkte für die 29 Teilnehmer aus sieben Ländern bei der Karwendel Music Festival-Premiere im Isartal.
Ausgerichtet wurde das Stockschießen von den Betreibern der „MM Ferienwohnungen“ in Mittenwald und den Vorstandsmitgliedern des Touristikvereins, Michael Liebl und Manfred Moritz. „Wir wollten den Teilnehmern etwas Bayerisches zeigen“, sagte Liebl. Und was würde da besser passen als Stockschießen? Die elf Dozenten und 18 Musik-Studenten aus China, Korea, USA, Russland sowie Australien nahmen das Angebot jedenfalls gerne an.
In einem ersten Fazit bezeichnet Star-Geiger Stucke das Karwendel Music Festival als „sensationell“ und schöpfte sich gleich einen ganzen Berg an Grillspezialitäten auf seinen Teller. Wobei: Viel zum Essen kommt er untertags nicht – es gibt alle Hände voll zu tun für den Initiator. Vier Privatstunden mit Dozenten, vier Kammermusikunterrichte, zahlreiche Meisterkurse sowie Studentenkonzerte und „Celebrity Concert Series“ wollen organisiert und veranstaltet werden. „Aber es läuft hervorragend“. Umso mehr freut es ihn, dass man sich hier im Vereinsheim des Mittenwalder Eisstockclubs zu solch’ einem geselligen Beisammensein treffen kann. Denn das sei für die Musiker wichtig für ihre Karriereplanung: „Die speziellen Gespräche mit Juroren internationaler Wettbewerbe sowie Vertretern weltweit agierender Musikagenturen sind augenöffnende Erlebnisse für alle Musiker“, sagt Stucke.
Dass sich zur Premiere des Festivals gleich 29 Teilnehmer einfanden, ist für den Organisator unfassbar und macht Hoffnung auf mehr: „Vielleicht etabliert sich das Festival hier in der Alpenwelt Karwendel fest.“ Dann würde das Isartal bald in berühmten Konzerthäusern wie der Carnegie Hall in New York, der Esplanade Concert Hall in Singapur oder dem Sydney Opera House in Australien in aller Munde sein, blickt Stucke optimistisch in die Zukunft.
Auf einen Blick
Samstag, 20. August: Galakonzert um 20 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul Mittenwald; Große Namen wie Viktor Tretjakov, Natalia Likhopoi, Liyuan Liu, Leonid Gorokhov präsentieren eine Auswahl russischer Werke der klassischen Musik. Eintritt mit Gästekarte und Einheimische ermäßigt 8 Euro, Schüler/Studenten 8 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei, alle anderen Besucher 12 Euro
Sonntag, 21. August: Großes Abschlusskonzert um 11 Uhr in der Kuranlage Puit; Eintritt mit Gästekarte und Einheimische frei, alle anderen Besucher 5 Euro.